Der Trifidnebel M20


Die Milchstraße in Richtung Sternbild Schütze, die in Mitteleuropa nur wenig über den Südhorizont klettert, ist besonders reich an Sternhaufen und Gasnebeln. Unweit des unter günstigen Bedingungen bereits mit bloßem Auge sichtbaren Lagunen-Nebels M 8 findet man mit einem lichtstarken Feldstecher den rund 5000 Lichtjahre entfernten Gas- und Staubnebel M 20. Er wird wegen seiner auffälligen Dreiteilung auch Trifid-Nebel genannt. Diese Teilung kommt durch nichtleuchtende Staubwolken zustande, die eine durch die UV-Strahlung heißer Sterne zum Leuchten angeregte Wasserstoffgaswolke durchziehen. In der Nähe des Ausgangspunkts der Dunkelnebelschläuche steht der 7.2 mag helle Mehrfachstern SAO 186143. Auf Farbaufnahmen ist eine deutliche Zweiteilung bei der Färbung des Nebels zu erkennen: Während der südliche, von den Dunkelwolken durchsetzte Teil in für Wasserstoffgas typischem Rot leuchtet, schimmert der nördliche Teil bläulich. Dort reflektiert Staub das bläuliche Licht des heißen Sterns SAO 186149. Achim Schaller gelang diese Kompositaufnahme aus 20 mit der SFB-Canon D300 je 3 Minuten an der Bath-Astrokamera belichteten Einzelbildern.

Martin Federspiel


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Last Update: 21. September 2006
Martin Federspiel (e-mail: clearskies"at"sternfreunde-breisgau"punkt"de)