Renovierung der Sternwarte


Die Sternwarte auf dem Schauinsland ist das Herzstück unseres Vereins. Viele haben dort schon unvergessliche "Sternstunden" erlebt. Vor gut 20 Jahren haben die Mitglieder unsere Vereinssternwarte in einer gewaltigen Kraftanstrengung an diesem für mitteleuropäische Verhältnisse hervorragendem Standort errichtet. Jeder Häuslebauer weiß aber, dass der Zahn der Zeit auch an seinem Bauwerk nagen wird. Gebäudeunterhalt gehört zu den unvermeidlichen Pflichten, wenn sich die Mühen von einst auch in Zukunft lohnen sollen.

Auf dem Schauinsland in 1200 m Höhe sind die Witterungsverhältnisse besonders extrem. Während der langen, kalten und oft schneereichen Winter dringt Wasser in jede Ritze ein, gefriert und lässt Putz und andere ungeschützte Oberflächen aufplatzen. Im Sommer sorgt die im Bergland besonders intensive UV-Strahlung der Sonne für eine beschleunigte Verwitterung.

Dieses Jahr duldeten die Renovierungsarbeiten keinen Aufschub. Im letzten Herbst hatten wir in der Ostkuppel mehrere Löcher von einigen Zentimetern Durchmesser in der Kohlefaser-Oberfläche entdeckt. Ulrich Schüly hat sie noch vor dem Winter verschlossen. Insgesamt war die Farbe auf beiden Kuppeln sehr rissig und ließ weitere Schäden im Untergrund befürchten. Wir entschlossen uns, die alte Farbe von den Kuppeln abzuschleifen und sie komplett neu mit einer für den Kohlefaseruntergrund geeigneten wetterbeständigen Farbe zu streichen. Aber auch die übrige Holzkonstruktion im Rundbau sollte einen komplett neuen Anstrich erhalten.

Glücklicherweise gab es im Ende Juni und im Juli eine Schönwetterperiode, in der die Hauptarbeiten an insgesamt fünf Wochenenden mit unterschiedlichen Helfern durchgeführt werden konnten. Wie befürchtet fanden sich in der Oberfläche der Ostkuppel unter der abblätternden Farbe weitere kleine Löcher, die mit Kohlefasermatten verschlossen wurden. Rätselhaft bleibt, warum die Verwitterung der Farbe und damit auch des Untergrundes bei der Ostkuppel erheblich fortgeschrittener als bei der Westkuppel war, obwohl beide Kuppeln nach Aussage derjenigen, die beim Kuppelbau vor gut 20 Jahren mitgeholfen haben, mit gleichem Material und gleicher Sorgfalt gebaut wurden.

Bei der Westkuppel waren die Holzteile der Klappe, die die Kuppel unterhalb des Schiebers in geschlossenem Zustand nach unten abschließt, völlig verrottet. Bald stellte sich heraus, dass nur die Klappe als Ganzes ersetzt werden kann. Ulrich Schüly hat eine passende Ersatzklappe gebaut und im Wettlauf mit den Gewitterwolken eingebaut (siehe sein gesonderter Bericht). Auch der Holzverschlag, der die Werkstattnische im Betonring über dem Dach des Flures abschließt, war völlig verrottet und wurde komplett ersetzt. Zahlreiche weitere "Kleinigkeiten", die hier gar nicht alle aufgezählt werden können, mussten zum Teil mit viel Liebe zum Detail erledigt werden.

Wir können froh darüber sein, dass die Holzkonstruktion des Sternwartengebäudes insgesamt in einem guten Zustand ist. Die tragenden Holzbalken sind tadellos trocken. Ein paar wenige kleinere Latten, die aber keine tragende oder sicherheitsrelevante Funktion haben, wurden ersetzt oder müssen gelegentlich noch ausgetauscht werden.

Verdiente Mittagspause: Elias Danner, Bernd Graf, Karl-Ludwig Bath, Wolfgang Sauer, Harald Thomas, Reiner Vogel (von links).

Zum Schluss bleibt noch, allen fleissigen Helferinnen und Helfern ganz herzlich zu danken: Achim Schaller, Ulrich Schüly, Harald Thomas, Gisela Ruthmann, Herrn Tomasek, Hans-Gerd Schäfer, Lutz Bath, Reiner Vogel, Ana Nunez-Ruiz, Elias Danner, Bernd Graf, Wolfgang Sauer, Matthias Winkelmann sowie den Ehepaaren Schumacher und Federspiel. Ihre Mithilfe hat mit dazu beigetragen, dass unsere Mitglieder auch in Zukunft den Sternen von der Vereinssternwarte auf dem Schauinsland aus ein Stück näher sein können.

Für den Vorstand: Martin Federspiel


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Last Update: 20. September 2006
Martin Federspiel (e-mail: clearskies"at"sternfreunde-breisgau"punkt"de)