Einer meiner Lieblings PN, da er relativ groß ist und in eine
schöne Formation von etwa 4-5 Sternen eingebettet liegt. Schon
1785 hatte W. Herschel diesen schönen PN im Sternbild Walfisch
beschrieben. Seine Winkelausdehnung beträgt 4,0' x 3,5' und die
scheinbare Helligkeit liegt bei +8,50 mag. Der Zentralstern ist ein
sehr heißer weißer Zwerg mit 11,9 mag, der den Nebel
extrem anregt und eine starke O III- und H II-Emission liefert. Ein O
III- oder UHC-Filter erhöht den Kontrast erheblich und ist daher
zur Beobachtung hilfreich. Der Nebel ist schon mit einem Fernglas als
nebelige Scheibe sichtbar, ab einer Öffnung von 8 Zoll und einem
Filter können schon mehrere Details gesehen
werden. Auffällig ist, dass die östliche Seite offen zu sein
scheint und die westliche am äußeren Rand heller erscheint.
Bei guten Bedingungen können sogar verschiedene Dunkellöcher
gesehen werden, das auffälligste Loch liegt direkt nördlich
über dem Zentralstern. Mit noch größeren
Öffnungen taucht ein weiterer Stern am östlichen Rand auf
und die hellen Gebiete am westlichen Rand lassen sich in getrennte
Strukturen auflösen. Am nördlichen Rand wird auch ein
weiteres helles Gebiet sichtbar. Physikalisch interessant ist, dass im
Zentralstern eine sehr hohe Fluoranreicherung nachgewiesen wurde, auf
etwa das 250-fache des normalen kosmischen Wertes.
Abell 21 (PK 205 +14.1) im Sternbild Zwillinge ist ein großer,
mäßig heller PN von etwa einem Drittel
Vollmonddurchmesser. Die visuelle Helligkeit beträgt 10,3 mag,
die des Zentralsterns 16 mag. Seine Entfernung beträgt etwa 790
Lichtjahre. Seine feinen, schlängelnden Filamente gaben ihm auch
den Namen Medusa-Nebel. Insgesamt ähnelt seine Form einer
Halbsichel, die nach Westen offen ist. Mit etwas größeren
Öffnungen und einem Nebelfilter (am besten ein O III-Filter)
lassen sich zwei hellere Kondensationen in SW und NO erkennen, auch
kleine Strukturen sind deutlich sichtbar. Die südliche
Hälfte ist kleiner aber flächenheller, in der
Nordhälfte befindet sich ein heller Knoten am Nordrand.
Dieser PN liegt im nördlichen Teil des Kepheus. Seine
Gesamthelligkeit ist eher gering mit 12,6 mag, aber durch die geringe
scheinbare Größe von ca. 37 Bogensekunden ist die
Flächenhelligkeit recht hoch. Der Zentralstern hat eine
Helligkeit von 11,6 mag, die Entfernung beträgt etwa 3500
Lichtjahre. In kleineren Teleskopen lässt sich ein elliptisches
Scheibchen mit aufgehelltem Rand erkennen. Ab etwa 12 Zoll
Öffnung erscheint die Hülle am Nord- und Südrand
aufgerissen, so dass die Form zwei sich gegenüber liegenden
Sicheln ähnelt. Mit noch größeren Öffnungen (wie
ich mit Reiner Vogels 22 Zoll-Dobson sehen durfte) können schwach
leuch-tende Strukturen aufgelöst werden, die von dunklen
Einbuchtungen unterbrochen sind. Zur Beobachtung ist ein Nebelfilter
hilfreich, aber aufgrund der hohen Flächenhelligkeit nicht
unbedingt erforderlich.
Dieser Nebel im Stier ist mit etwa 120 Bogensekunden ein großer
PN, in etwa 2000 Lichtjahren Entfernung. Seine visuelle Helligkeit
liegt bei 10,9 mag und die des Zentralsterns bei 9,4 mag. Der
Zentralstern ist ein sehr enger, in Teleskopen nicht trennbarer
Doppelstern. Das Auffinden von NGC 1514 ist nicht so einfach. Da der
Nebel im Vergleich zum Zentralstern recht schwach ist, sind ein
OIII-Filter sowie gute Beobach-tungsbedingungen erforderlich. Der
Nebel sieht aus wie ein dünner Nebelhauch, der den Zentralstern
umschließt und kann leicht mit einer beschlagenen Optik
verwechselt werden. Da die Nachbarsterne jedoch ohne Nebel erscheinen
(sollten), wird es eindeutig.
Auch wenn der Winterhimmel wunderschöne, leicht auffindbare Objekte bietet, so sind die hier vorgestellten Nebel als kleiner Abstecher oder kleine Herausforderung lohnende Ziele. Hilfreich ist es, sich die Nebel vor oder während der Beobachtung als Foto anzusehen. So weiß man, was man sehen sollte und dies ist zum Auffinden und dem Erkennen von Details ein großer Vorteil. Viel Spass!
| Nebel | Sternbild | RA J2000 | DE J2000 |
|---|---|---|---|
| NGC 246 | Cetus | 00h 47m | -11°52' |
| Abell 21 | Gemini | 07h 29m | +13°15' |
| NGC 40 | Cepheus | 00h 13m | +72°31' |
| NGC 1514 | Taurus | 04h 09m | +30°47' |
Susanne Munk-Schulenburg