Wechsel im Vorsitz der Sternfreunde Breisgau

Bei der Mitgliederversammlung am 23. Februar ging für die Sternfreunde Breisgau eine Ära zu Ende. Die Ära Karl-Ludwig Bath. Die Sternfreunde Breisgau werden heuer 27 Jahre alt und 26 Jahre davon war Lutz Bath ihr Vorsitzender. Nun hat er sich aus der Vorstandsarbeit zurückgezogen und die Vereinsleitung in jüngere Hände gegeben.

Der Name Karl-Ludwig Bath ist untrennbar mit den Sternfreunden verbunden. Sie sind ein wesentlicher Teil seines Lebens geworden. Kein anderer wird so mit unserem Verein identifiziert wie er. Das ist sicher kein Zufall. Nur eines seiner Verdienste sei hier genannt. Mit Lutz Bath an der Vereinsspitze wurde die bislang größte Vision in der Vereinsgeschichte Realität: die Vereinssternwarte auf dem Schauinsland. Dort oben in 1240m Höhe herrschen für mitteleuropäische Verhältnisse ungewöhnlich gute Bedingungen für astronomische Beobachtungen. Lutz Bath ließ sich zusammen mit engagierten Mitstreitern im Verein nicht von den vielen größeren und kleineren Problemen abschrecken, die zu lösen waren, bis die Sternwarte Mitteder 80er Jahre schließlich ihren Betrieb im Dienste der Mitglieder aufnehmen konnte. Was für herausragende Ergebnisse auf dem Schauinsland möglich sind, hat Lutz Bath mit seiner Astrokamera gezeigt. Die Sternfreunde Breisgau sind ihm für alles, was er für den Verein getan hat, zu großem Dank verpflichtet. In Anerkennung seiner Leistung für die Sternfreunde hat die Mitgliederversammlung ihn deshalb zum Ehrenmitglied ernannt. Und natürlich danken wir auch seiner Frau Angela an dieser Stelle für ihren nicht unerheblichen Anteil an diesen Verdiensten.

Nach so langer Zeit in der Verantwortung sah Lutz Bath jetzt die Zeit für einen Generationswechsel in der Vereinsführung gekommen und kandidierte nicht mehr für ein Vorstandsamt. Die Mitgliederversammlung wählte Martin Federspiel, seit über zehn Jahren Beisitzer bzw. stellvertretender Vorsitzender, zum neuen Vorsitzenden. Und es gab noch eine Neuerung im Vorstand: Ulrich Schüly wurde zu einem der beiden stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. In den übrigen Ämtern arbeiten die "alten Hasen" weiter: Wolfgang Steinicke als Stellvertreter, Judith Gasper, Jens Lüdemann und Andreas Masche als Beisitzer sowie Oliver Beck als Kassenwart. Mit dem neuen Vorstand ist Kontinuität in der Vereinsarbeit gewährleistet. Aufgaben gibt es genug: Satzungsrevision, Organisation der Teilnahme am Science Festival, Unterhalt und Verbesserung der Sternwarte usw. Und nun sind auch die Vereinsmitglieder gefragt: Diesen "Mitteilungen" liegt ein Fragebogen von Jens Lüdemann bei, mit dem der Vorstand Ihre Kommentare, Wünsche und Anregungen für die Vereinsarbeit erfahren möchte. Bitte beteiligen Sie sich an dieser Aktion - so können Sie Einfluß auf die Aktivitäten Ihres Vereins nehmen.

Für Lutz Bath hat unterdessen ein neuer Lebensabschnitt begonnen. Etwa gleichzeitig mit seinem Ausscheiden aus dem Vorstand der Sternfreunde Breisgau wurde er vom Schuldienst pensioniert. Jetzt stellt er sich neuen, faszinierenden Herausforderungen in der Amateurastronomie: Sein besonderes Engagement gilt dem Projekt einer internationalen Amateursternwarte (IAS) unter dem besonders klaren Wüstenhimmel Namibias (siehe IAS-Homepage). Aber auch andere Hobbies, die in den letzten Jahren etwas gelitten haben, sollen wieder mehr Raum einnehmen. Zu all dem wünschen wir ihm viel Freude und Erfolg. Und uns wünschen wir, daß er den Sternfreunden - wie er versprochen hat - als aktives Mitglied und geschätzter Berater erhalten bleibt.

Martin Federspiel

Zum Vorstandswechsel

Es hat eine merkliche Veränderung in unserem Verein gegeben. Die Sternfreunde Breisgau werden in diesem Jahr 27 Jahre alt, und 26 Jahre lang war ich ihr Vorsitzender. In Abstimmung mit den anderen Vorstandsmitgliedern habe ich mich jetzt entschlossen, nicht mehr zu kandidieren. Der Entschluss fiel mir schwer, denn unser Verein ist ein wesentlicher Teil meines Lebens geworden. Jedoch gab es verschiedene Gründe für einen Wechsel. Es ist an der Zeit, dass die Vereinsleitung in andere, jüngere Hände übergeht. Im Laufe der Zeit bin ich auch anderen Dingen als der Astronomie nachgegangen: So habe ich Naturphotographie betrieben, habe mikroskopiert, habe acht Jahre in einem Freiburger Chor gesungen, habe den Tauchsport geliebt und war auch in der Kommunalpolitik tätig. Von diesen Dingen möchte ich das eine oder andere in meinem künftigen Pensionärsdasein wieder aufgreifen. Ein dritter Grund. Wie mehrfach berichtet hat sich die Möglichkeit geboten, in Namibia, dem früheren Deutsch-Südwestafrika, eine große Amateursternwarte aufzubauen. Das ist ein für Amateurastronomen kaum fassbar großes und reizvolles Projekt, dem ich mich in Zukunft verstärkt widmen will.

Warum gerade dieser Zeitpunkt für den Wechsel? Lange Jahre gab es auf die Frage, wann ich die Verantwortung in andere Hände legen soll oder kann, keine akzeptable Antwort. Heute sehe ich unseren Verein in einer so guten und stabilen Verfassung, dass der Wechsel ohne größere Probleme vollzogen werden kann.

Besonders freuen mich:

Wie soll es nun mit unserem Verein weitergehen? Wir haben im Vorstand besprochen, dass es am besten ist, wenn ich aus dem Vorstand ganz ausscheide. Nur so hat die neue Mannschaft die Chance, frei und unbeschwert ans Werk zu gehen. Selbstverständlich werde ich auf Wunsch auch weiterhin zur Verfügung stehen und bei den Aktivitäten des Vereins zu sehen sein.

Ich danke allen, die über die Jahre hinweg die vielfältige Arbeit im Verein unterstützt und mitgestaltet haben.

Die Arbeit im Verein und für den Verein hat mir viel Freude gemacht. Ich habe viele Freunde dabei gewonnen. Ein ganz besonderer Dank geht an Martin Federspiel, der bereit ist, meinen Part im Vorstand zu übernehmen und den Verein weiterzuführen. Als meine Hauptaufgabe sah ich in den letzten Jahren, sich andeutende Probleme rechtzeitig zu erkennen und anzugehen. Probleme gehören auf den Tisch, sobald sie auftreten. Das Prinzip Hoffnung hat sich nicht bewährt. Ich wünsche meinem Freund Martin und dem neuen Vorstand viel Erfolg und eine glückliche Hand, damit unser schöner und weithin geschätzter Verein der Sternfreunde Breisgau e.V. auch in Zukunft wächst und gedeiht.

K.-L. Bath