Mondfinsternis mit Schwierigkeiten auf dem Schauinsland

Dieses Bild hat Elias Danner aus sieben einzelnen Aufnahmen zusammen gesetzt, die ihm während der verschieden Finsternisphasen bis zum Ende der Totalität gelangen.

3. März 2007, Samstag Nachmittag: Carolin und ich reiten auf unseren Isländern durch die Rheinebene. Super Frühlingswetter. Große Wolkenlücken lassen unsere Herzen höher schlagen. Wird es doch noch was mit der Mondfinsternis? Über dem Schwarzwald stauen sich zwar die Regenwolken, aber wir sind optimistisch. Nach einem kurzen Telefonat mit Martin ist alles besiegelt: Wir werden die öffentliche Mondfinsternis-Beobachtung auf dem Schauinsland durchziehen. Die entsprechende Info stellt Martin auf unsere Homepage...

21 Uhr, Sternwarte auf dem Schauinsland: Bernd, Carolin, Elias, Manfred, Frau Ruthmann und ich schauen zum Himmel. Keine einzige Wolkenlücke zu sehen. Bei unserer Losfahrt im Tal war aus der Rheinebene der noch unbedeckte Vollmond durch große Wolkenlücken zu sehen. Und nun?

Es wird noch schlimmer: es fängt an zu graupeln. Elias packt die Astrokamera wieder ein und wir beschließen, vorerst keine Teleskope aufzubauen. Die ersten unentwegten Gäste treffen ein. Ich mache Führungen durch die Sternwarte, erzähle was über die Schauinslandsternwarte und zeige den KIS-Refraktor. Immer mehr Leute tauchen auf, insgesamt zeige ich ca. 30 Leuten die Sternwarte. Irgendwann zwischendrin teilt mir Carolin mit, dass unsere "Verstärkung" talwärts abgerauscht ist, um nach Wolkenlücken zu jagen. Das empfehlen wir auch den Besuchern, da es mittleweile angefangen hat zu schneien. Die Wiese ist schon komplett bepudert....

Zwei letzte Gäste sind noch da, am liebsten würden Carolin und ich auch auf die Jagd nach Wolkenlücken gehen. Ob wohl noch jemand kommt? Und ob! Klaus Benthin erscheint und berichtet, es seien noch mindestens 20 Leute auf dem Weg zur Sternwarte! Puh, ich bin doch schon ganz heiser...

Klaus zeigt den weiteren Besuchern den KIS-Refraktor, Carolin und ich "unterhalten" die Leute (ohne Teleskope) auf der Wiese. Dann plötzlich gegen 23:30 Uhr die erste Wolkenlücke! Schnell den Vereins-Dobson rausgeholt und mit perfektem Timing zur Totalität sind alle Wolken verschwunden. Alle sind beeindruckt von dem düster schimmernden Mond, erst recht nach einem Blick durch den Dobson. Ich eile zum Auto und hole meinen kleinen Refraktor, um den immer noch zuströmenden Besuchern ein weiteres Instrument anbieten zu können. Schließlich bleibt sogar noch Zeit, um Saturn und die Whirlpool-Galaxie M51 zu zeigen. Alle sind beeindruckt, vor allem einer Gruppe ca. zehnjähriger Jungs gefällt's. Erstaunlich, wie jung das Publikum zu dieser späten Stunde noch ist.

Irgendwann nach eins sind bloß noch Klaus und wir übrig. Es hat sich mittlerweile wieder komplett zugezogen. Ein wirklich gelungener Abend, wenn auch mit Startschwierigkeiten. Insgesamt waren etwa 70 Besucher auf dem Schauinsland, von denen ca. 40 die Mofi auf der Sternwarte erleben durften.

Wir packen zufrieden alles ein und machen uns auf den Heimweg.

Achim Schaller


Zurück zur Hauptseite der Sternfreunde Breisgau
Last Update: 14. Mai 2007
Martin Federspiel (e-mail: clearskies"at"sternfreunde-breisgau"punkt"de)