
In der Nacht vom 3. auf den 4. März 2007 zieht der Mond auf seiner Bahn um die Erde durch den Erdschatten und wird dabei total verfinstert. Eine Mondfinsternis bietet für Sterngucker zahlreiche Beobachtungsmöglichkeiten, die hier kurz vorgestellt werden sollen.
Zu einer Mondfinsternis kommt es immer dann, wenn Sonne, Erde und Mond
ziemlich genau auf einer Linie stehen. Für einen Beobachter auf
der Erde steht der Mond dann der Sonne am Himmel genau gegenüber
- es ist Vollmond. Wegen der Neigung der Mondbahnebene gegen die
Erdbahnebene zieht der Vollmond normalerweise etwas oberhalb oder
unterhalb am Erdschatten vorbei und es kommt zu keiner
Finsternis. Wenn der Vollmond jedoch in der Nähe der Erdbahnebene
steht, führt ihn sein Weg durch den Erdschatten - es gibt eine
Mondfinsternis. Man unterscheidet partielle und totale
Mondfinsternisse (die sogenannten Halbschattenfinsternisse fallen kaum
auf und seien hier nicht betrachtet). Bei einer partiellen
Mondfinsternis taucht ein Teil des Mondes in den Kernschatten der Erde
ein. Der verfinsterte Teil wird dann nicht mehr von direktem
Sonnenlicht beschienen. Bei einer totalen Mondfinsternis verschwindet
der Mond dagegen vollständig im Kernschatten der Erde.
| (Eintritt des Mondes in den Halbschatten | 21h 18m MEZ) |
| Eintritt des Mondes in den Kernschatten | 22h 30.4m MEZ |
| Beginn der totalen Verfinsterung | 23h 44.2m MEZ |
| Finsternismitte | 00h 20.9m MEZ |
| Ende der totalen Verfinsterung | 00h 57.6m MEZ |
| Austritt des Mondes aus dem Kernschatten | 02h 11.5m MEZ |
| (Austritt des Mondes aus dem Halbschatten | 03h 24m MEZ) |
Die Hauptdaten der Finsternis sowie eine Graphik, die den Weg des Mondes durch den Erdschatten zeigt, sind in diesem von Fred Espenak adaptierten Bild zu finden (Quelle: Fred Espenaks Seiten zu Sonnen- und Mondfinsternissen).
Der Reiz einer totalen Mondfinsternis besteht darin, daß der
Mond selbst während der Totalität gar nicht vollständig
dunkel erscheint, sondern meistens in fahlen roten, grauen und braunen
Farbtönen schimmert (siehe nebenstehendes Bild der totalen
Mondfinsternis vom 9. Februar 1990). Ursache für diese
"Restbeleuchtung" ist die Erdatmosphäre. Sonnenlicht, das die
Erdatmosphäre an der Tag-Nachtgrenze fast streifend trifft, wird
in der Atmosphäre ähnlich wie in einer Linse ein wenig
abgelenkt und in den Kernschatten der Erde hineingebrochen (siehe
Abbildung). Und weil auf dem langen Weg durch die Atmosphäre der
blaue Anteil des Lichts viel stärker an den Luftteilchen gestreut
wird als der rote, beleuchtet das indirekte Licht den Mond vorwiegend
in warmen Farbtönen. Wir können eine Mondfinsternis als ein
natürliches Experiment auffassen, bei dem der Mond als mobile
Leinwand im Erdschatten dient. Das vom Mond aufgefangene Licht
verrät uns dabei einiges über unsere Erdatmosphäre.

Eine wichtige Rolle für die Beleuchtungsverhältnisse auf dem Mond während der Finsternis spielt die Position des Erdtrabanten im Schatten. In den äußeren Schattenbereichen in der Nähe der Schattengrenze ist es noch relativ hell. Hier dominieren Grautöne gemischt mit etwas Gelb oder Orange. In Richtung Zentrum wird es dann immer dunkler und die Verfärbung ist oft kupferrot bis braun. Bei der Finsternis vom 3./4. März 2007 zieht der Mond nördlich am Zentrum des Kernschattens der Erde vorbei. Der südwestliche Mondrand dürfte daher zum Zeitpunkt der größten Verfinsterung wesentlich dunkler als der randnähere nördliche Teil erscheinen (siehe Graphik des Finsternisverlaufs).
Helligkeit und Verfärbung des Lichtes im Kernschatten hängen zudem vom Zustand der Hochatmosphäre ab, etwa vom Staubgehalt und von der Bewölkungssituation an der Tag-Nachtgrenze der Erde. Nach einem starken Vulkanausbruch und entsprechenden Aschemengen in der Hochatmosphäre kann es vorkommen, daß der Mond in der Nähe des Schattenzentrums gar nicht mehr zu sehen ist. Das wird am 3./4. März 2007 wohl nicht der Fall sein, da es in letzter Zeit keinen wirklich großen Vulkanausbruch auf der Nordhalbkugel gab.
Das bisher Gesagte spricht für eine mittelhelle Finsternis. Erfahrungsgemäß erscheint der Mond bei Finsternissen, bei denen er im erdnahen Teil seiner elliptischen Bahn steht, etwas dunkler als bei solchen, bei denen er die maximale Entfernung von der Erde hat. Am 3./4. März ist der Mond mit 402000 km Distanz im erdfernen Teil seiner Bahn.
Die Helligkeit und Verfärbung des Mondes bei Mondfinsternissen wird in einer fünfstufigen Skala nach dem französischen Astronomen André Danjon eingeschätzt; die Finsternis vom 3./4. März dürfte wohl Stufe 2 oder 3 der folgenden Skala erreichen:
| L=0 | Sehr dunkle Finsternis. Der Mond erscheint grau-schwarz und ist fast unsichtbar, speziell zur Finsternismitte. |
| L=1 | Dunkle Finsternis von grauer oder bräunlicher Färbung. Details lassen sich nur mit Schwierigkeit erkennen. |
| L=2 | Tiefrote oder rostige Färbung. Sehr dunkler Zentralschatten, wohingegen der äußere Rand des Kernschattens relativ hell ist. |
| L=3 | Ziegelrote Färbung. Kernschatten hat gewöhnlich einen hellen oder gelben Rand. |
| L=4 | Sehr helles kupferrot oder orange Färbung. Kernschatten hat einen bläulichen, sehr hellen Rand. Oberflächeneinzelheiten sind ohne weiteres zu erkennen. |
Bitte teilen Sie mir Ihre Einschätzung der Verfärbung und Helligkeit nach der Danjon-Skala mit.
Ein- und Austrittszeiten für 70 Formationen auf dem Mond sowie eine Aufsuchkarte und praktische Hinweise für die Beobachtung finden sich hier.
Erläuterungen zu einigen Spalten (unvollständig):
Occultation Predictions for Freiburg during total lunar eclipse 2007 March, 3rd/4th (calculated with OCCULT 3.6)
E.Long. 7 48 0.0 Lat. 48 0 0.0 Alt. 270m. T.dia 200mm. dMag 0,0
day Time P Star Sp Mag % Elon Sun Moon CA PA VA WA Libration A B RV Cct R.A. (J2000) Dec
y m d h m s No D V ill Alt Alt Az o o o o L B m/o m/o "/sec o h m s o m s
07 03 03 22 0 32 D X119884 10,2 62E 180 44 144 71N 53 76 32 +3,2 +0,0 +4,3+6,4 ,104 +74 10 56 54.0 6 50 11
07 03 03 22 10 40 GrX119884 10,2 44E 180 44 148
07 03 03 22 12 5 D X 16454 G0 10,8 42E 180 44 148 57U 130 151 110 +3,2 +0,0 +1,2-0,7 ,374 -3 10 57 6.1 6 28 42
07 03 03 22 21 32 R X119884 10,2 26E 180 46 151 85N 22 41 1 +3,1 +0,0 -2,0-7,3 ,103 +106 10 56 54.0 6 50 11
07 03 03 22 22 34 D X 16455 G5 9,9 24E 180 45 152 44U 144 163 124 +3,1 +0,1 +1,0-1,2 ,357 -17 10 57 7.9 6 23 47
07 03 03 22 32 54 D X 16442 F0 10,2 9E 180 46 155 38U 175 192 155 +3,1 +0,1 +0,3-2,7 ,254 -47 10 56 50.0 6 18 36
07 03 03 22 33 13 R X119830 10,5 9E 180 46 156 93U 267 284 247 +3,1 +0,1 +2,2+0,8 ,281 -139 10 55 44.9 6 32 52
07 03 03 23 3 2 D X119928 10,2 0E 180 47 166 18U 162 172 141 +3,0 +0,1 +0,7-2,1 ,310 -33 10 57 39.3 6 12 17
07 03 03 23 8 13 R X 16430 G5 10,7 0E 180 48 168 65U 290 298 269 +3,0 +0,1 +1,7-0,4 ,349 -161 10 56 29.9 6 30 35
07 03 03 23 28 5 R X 16442 F0 10,2 0E 180 48 175 30U 262 265 241 +2,9 +0,2 +2,5+0,5 ,252 -133 10 56 50.0 6 18 36
07 03 03 23 32 11 R X 16454 G0 10,8 0E 180 48 177 55U 307 309 286 +2,9 +0,2 +1,4-1,1 ,369 -177 10 57 6.1 6 28 42
07 03 03 23 39 49 R X 16455 G5 9,9 0E 180 48 180 43U 293 293 272 +2,9 +0,2 +1,7-0,8 ,355 -164 10 57 7.9 6 23 47
Graze of X119919 nearby at Lat = +47,66 -0,77(E.Long -7,80), CA = 20,0U
03 23 43 28 GrX119919 11,7 0E 179 48 181
Closest distance to graze path is 25km at azimuth 229
07 03 04 0 10 39 R X119928 10,2 10E 179 48 191 37U 277 269 256 +2,8 +0,3 +2,0-0,5 ,312 -147 10 57 39.3 6 12 17
07 03 04 0 29 53 D 118607 F8 9,6 40E 179 47 197 -39N 90 79 70 +2,7 +0,3 +2,2-0,5 ,291 +39 11 0 2.4 6 5 47
Martin Federspiel
Viele nützliche Informationen zum Thema Mondfinsternisse finden Sie auch bei http://www.mondfinsternis.org.
Last Update: 20. Februar 2007
Martin Federspiel (e-mail: clearskies"at"sternfreunde-breisgau"punkt"de)