Das Jahr 2004 war ein gutes Jahr für Kometenbeobachter. Weltweit
waren bislang vier Kometen mit bloßem Auge zu sehen (C/2001 Q4
NEAT, C/2002 T7 LINEAR, C/2004 F4 Bradfield, C/2003 K4 LINEAR). Zum
Jahreswechsel gesellt sich noch ein fünfter Schweifstern hinzu,
der ohne optische Hilfe am Himmel auszumachen ist: C/2004 Q4
Machholz. Komet Machholz ist in diesen Tagen sehr komfortabel am
Abendhimmel zu beobachten. Von Süden aus dem Eridanus kommend
zieht er nach Norden durch den westlichen Stier, passiert am 8. Januar
2005 die Plejaden westlich in 2 Grad Abstand, um dann weiter durch den
Perseus zu wandern (siehe nebenstehende Karte). Wenn er an den
Plejaden vorbei zieht, soll er die maximale Helligkeit von etwa 3.5
mag erreichen, könnte dann also ohne weiteres mit bloßem
Auge gesehen werden. Günstigerweise ist am 10. Januar
Neumond. Gegen Ende Januar wird die Helligkeit des Kometen um etwa 0.5
mag abgefallen sein.
Mitte Dezember war Komet Machholz unter günstigen Bedingungen bereits
mit bloßem Auge als schwaches Nebelfleckchen zu sehen (ca. 4.5
mag). Im Feldstecher zeigte er eine ausgedehnte Koma, im Fernrohr
einen ausgeprägten Pseudokern. Ein Gas- und ein Staubschweif sind auf
Fotografien zu erkennen (siehe die
Bilder von Andreas Masche). Weitere Informationen finden sich auch
auf den Internetseiten von Sky &
Telescope. Für den in Kalifornien lebenden
Amateur-astronomen Donald Machholz ist dies die zehnte Entdeckung
eines Kometen - eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, dass der
Himmel ständig systematisch von einigen automatisierten Teleskopen
nach neuen Objekten abgesucht wird.
Martin Federspiel