Blitzschnell vor dem Gewitter - der Einbau der neuen Klappe der Westkuppel


Heute (25. Juni 2006) am späten Mittag bin ich zu unserer Schauinslandsternwarte gefahren, um die neue Klappe für den Spalt der Westkuppel zu montieren. Eigentlich wollte ich das schon gestern erledigt haben, aber da zogen am Abend dunkle Wolken auf und ich dachte mir, da oben braut sich was zusammen, da solltest du keine Klappe montieren, also bleibst du mal lieber zu Hause. Die Wolken haben sich im Verlauf des Abends dann allerdings wieder aufgelöst und ich hätte gut fahren können.

Heute zeigte sich das gleiche Wolkenspiel. Ich wollte mich aber nicht wieder ins Bockshorn jagen lassen und bin daher trotzdem gefahren. Oben an der Sternwarte sah es schon nach recht baldigem Regen aus, aber ich sagte mir, jetzt bist du schon mal da, also montierst du die Klappe auch. Es sind ja nur acht Schrauben für ihre Befestigung und das müsste schnell gehen, wenn alles passt. Ja, wenn es passt, denn ich war vor drei Tagen mit der Klappe noch ohne die Blechhaut sozusagen zur Anprobe schon mal an der Westkuppel und hatte dabei gesehen, dass die alte Klappe sehr knapp eingepasst gewesen war, denn am Deckel des Kuppelspalts ist Holz zum Teil abgetragen worden, damit er nicht an der Klappe hängen bleibt und sich über sie schieben lässt. Dieser Holzabtrag war mir nicht aufgefallen, als ich die alte, sich durch gut 20 Jahre Witterung auflösende Klappe abmontiert und mitgenommen hatte, um sie nachzubauen. Die neue Klappe, vor drei Tagen noch ohne Blechhaut, hat gerade so gepasst, aber sie ist ja nun an der breitesten Stelle durch doppelt überlappendes Alublech nochmal um 4 mm breiter geworden.

Trotzdem, jetzt bin ich schon mal da, also muss die Klappe ran und außerdem ist es eh besser, wenn beim kommenden Regen die Kuppel wieder durch eine Klappe geschützt ist und nicht nur durch eine Plastikplane.

Ich mache mich also schnell an die Arbeit und schraube die Klappe an die Kuppel - während es zu tröpfeln beginnt. Die Klappe hängt an der Kuppel und ich sage mir, selbst wenn es jetzt nicht ganz passt, so wirst du nun wenigstens einigermaßen trocken haben, denn nun kannst du ja in der Kuppel stehen, um den überzuschiebenden Deckel zu bearbeiten. Ich gehe in die Kuppel, ziehe die Klappe hoch, lasse den Deckel des Kuppelspalts runter - drücke zweimal - und - es passt!

Jetzt noch schnell zwei, drei Fotos machen und dann aber nix wie weg hier vom Gipfelbereich, denn um mich herum grollt schon der Donner und die Regentropfen mehren sich. Fix das Werkzeug eingepackt, alles verschlossen, die Notiz meiner Anwesenheit in das Besucherbuch gekritzelt, und weg.

Als ich die Bergstation passierte, da kam er dann, der Platzregen. Ich freute mich über die Gratiswäsche meines Autos, zog aber den Hals ein und fragte mich, ob dieses Auto als Faradayscher Käfig taugt, obwohl es ein großes Schiebedach aus Glas hat, denn es gab zwei, drei Blitze mit Donner ziemlich seeehr gleichzeitig direkt über mir.

Ulrich Schüly


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Last Update: 21. September 2006
Martin Federspiel (e-mail: clearskies"at"sternfreunde-breisgau"punkt"de)