Inversion (und Invasion) auf dem Schauinsland

Nachdem nun der Sommer uns mit reichlich Regen und beobachtungslosen Nächten versorgt hat, konnte man dank der Inversionswetterlage, die in der Zeit vom 6. bis 14. Dezember 2004 über Freiburg herrschte, nochmal richtig gut beobachten.

Fast jeden Tag waren mehrere visuelle Beobachter und Astrofotografen auf der Vereinssternwarte. Sehr angenehm waren auch die Temperaturen: in Oberried eisige -6C, um Steinwasen dicker Nebel und auf dem Schauinsland klarer Himmel und bis zu +5C.

Eine fantastische Gelegenheit, um unser neues 12"-Vereinsdobson auszuprobieren. Es steht neben dem 20"-Vereinsdobson, den mittlerweile drei C8 und einigen privaten Gerätschaften im Spektroheliographen-Gebäude. Sehr schön sind auch die drei Okulare, die Reiner mit dem Teleskop zusammen gekauft hatte. An einer Seite der Rockerbox kann man diese griffbereit unterbringen.

Nun gut, soviel zur Theorie - auf zur Praxis. Erstmal ein bisschen umgeschaut: schnell einen Blick auf Andromeda & Co, M 33 (Dreiecksgalaxie) und NGC 404 ("Mirach's Ghost") - immer wieder beindruckend. Ganz tief im Westen kann ich noch einen Blick auf die Sculptor-Galaxie werfen und bin so gegeistert, dass ich zu Papier und Stift greife. Auf unserer Okularkiste sitzend entsteht so meine erste Zeichnung von NGC 253.

Abb. 1: Sculptor-Galaxie NGC 253, gezeichnet nach Beobachtungen durch das neue 12"-Dobson auf dem Schauinsland mit einem 40mm-Pentax-Okular.

Hinter den beiden Fichten kommen die Plejaden hervor - wunderschön! California-Nebel mit H-beta-Filter, Crab-Nebel, die Sternhaufen im Fuhrmann - einwandfrei.

Orion mit dem Orionnebel M 42 darf natürlich auch nicht fehlen: ATEMBERAUBEND!!! Der Emissions- und Reflexionsnebel M 78 oberhalb den beiden unteren Gürtelsternen des Orion fasziniert mich so sehr, dass eine weitere Zeichnung entsteht.

Abb. 2: Zeichnung von M 78/NGC 2068 im Orion nach Beobachtungen durch das neue 12"-Dobson auf dem Schauinsland mit einem 14mm-Pentax-Okular.

Castor und Pollux sind auch schon im Anmarsch und da gesellt sich noch ein dritter Zwilling dazu: Saturn. Dank des sehr guten Seeings hat man einen wunderschönen Anblick auf den riesigen Gasplaneten mit seinem Ring inklusive Cassini-Teilung. Weiter oben lacht der Eskimo-Nebel vor sich hin und sieht im 3,5mm-Okular (bei 428 facher Vergrößerung!!!) einfach gigantisch aus! Ein weiteres Objekt, das ich auf Papier festhalte.

Da jeder Astronom auch ein normales Leben hat, höre ich so gegen Mitternacht mit meinem "First Light" am neuen Dobson auf und freue mich schon auf die nächste sternenklare Nacht, von denen es momentan mehr als genug gibt. (Man kommt kaum mit dem Schlafen nach...) Ich kann sagen, es hat sehr viel Spaß gemacht. Wie schon in Reiners Artikel erwähnt ist der unkomplizierte Aufbau und die bequeme Einblickshöhe ein wahrer Genuss. Daher kann ich nur jedem, der ein bisschen Zeit während einer Schön-Wetter-Periode hat, empfehlen, eine Beobachtungsnacht mit dem neuen silberfarbenen Dobsonteleskop zu unternehmen.

Carolin Tomasek


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Last Update: 23. Dezember 2004
Martin Federspiel (e-mail: clearskies"at"sternfreunde-breisgau"punkt"de)