Fünf Galaxiencluster für den Herbst
Galaxien kommen selten alleine. Meistens sind sie Mitglieder
größerer Gruppen oder von Galaxienhaufen. Der nächste
Galaxienhaufen ist der Virgo-Haufen, zu dessen Randgebiet auch die
Lokale Gruppe mit unserer Milchstraße gehört. Bedingt durch
die räumliche Nähe erstreckt sich der Virgo-Haufen über
ein großes Himmelsareal von mehreren 10 Grad.
Die Cluster, von denen hier die Rede sein wird, sind viel weiter
entfernt als der Virgo-Haufen. Sie besitzen eine Rotverschiebung z von
typischerweise 0.015
Im Folgenden möchte ich fünf Galaxienhaufen des
Herbsthimmels vorstellen, die auch mit mittleren
Teleskop-Öffnungen erreichbar sind. Auf zwei davon möchte
ich dabei besonders eingehen.
Der erste ist Abell 426 im Perseus, aufgrund seiner Ausnahmestellung
auch oft kurz Perseus-Cluster genannt. Er befindet sich etwa 2 Grad
östlich von Algol. Abell 426 ist ein unglaublich reicher
Galaxienhaufen. Mit meinem 14-Zoll Dobson habe ich irgendwann
aufgehört die Einzelgalaxien zu zählen. Steve Gottlieb hat
mit seinem 17.5-Zoll Dobson nicht weniger als 58 Einzelmitglieder
beobachtet und im Detail beschrieben (siehe WWW-Link unten). Der
Perseus-Cluster besitzt zwei überdurchschnittlich helle
Einzelgalaxien, NGC 1272 und NGC 1275. Letztere ist eine E
pec/S0-Galaxie und identisch mit der starken Radioquelle Perseus A
(3C84) und eine Röntgenquelle. Im direkten Umfeld dieser beiden
Galaxien finden sich über 10 weitere Galaxien, die heller sind
als 15.0 mag.
Ein zweiter interessanter Haufen ist die Gruppe um NGC 507. Dieser
Haufen liegt in den Fischen, ziemlich genau zwischen M 33 und Mirach,
b Andromedae. NGC 507 ist eine elliptische Riesengalaxie mit einer
Helligkeit von 11.2 mag. Um sie herum liegen sieben weitere Galaxien
heller als 13.0 mag, und noch viele weitere, die schwächer
sind. Die 507-er-Gruppe ist somit für kleinere Öffnungen
fast noch lohnender als der Perseus-Cluster. Mit meinem 14"-Dobson
waren dann schon 15 der Haufenmitglieder problemlos zu sehen.
Neben diesen beiden sehr schönen Clustern gibt es noch weitere
lohnende Galaxienhaufen für den Herbst. Abell 262 in der
Andromeda ist ein sehr großer Cluster knapp südwestlich des
hellen offenen Sternhaufens NGC 752. Die hellste Einzelgalaxie ist NGC
708 mit 12.7 mag.
Ein weiterer Abell-Cluster, Abell 347, liegt in der Nähe von NGC
891, einer riesigen Edge-on-Galaxie im Sternbild Andromeda mit
vergleichsweise geringer Oberflächenhelligkeit. Abell 347 besitzt
mehrere Galaxien mit Helligkeit um 14 mag. Die hellste Einzelgalaxie
ist NGC 910 mit 12.2 mag.
Der letzte Haufen, den ich vorstellen möchte, ist der Pegasus
I-Cluster an der Grenze zwischen Pegasus und den Fischen. Diese Gruppe
ist etwas lockerer und enthält als hellste Galaxien NGC 7619 und
7626 mit jeweils 11.1 mag.
Die Koordinaten der vorgestellten Haufen (mit den jeweils hellsten NGC Einzelgalaxien) sind:
| Haufen |
hellste Galaxie |
RA DE J2000 |
| Abell 426 (Perseus-Cluster) |
NGC 1275 |
RA 03h19m Dek +41.5 |
| NGC 507 Gruppe |
NGC 507 |
RA 01h24m Dek +33.3 |
Abell 262 |
NGC 708 |
RA 01h53m Dek +36.2 |
| Abell 347 |
NGC 906 |
RA 02h26m Dek +41.9 |
| Pegasus I |
NGC 7619 |
RA 23h20m Dek +08.2 |
Weitere Informationen und Beobachtungstips für viele weitere
Galaxienhaufen gibt es auf der Webseite von Jim Shields
und Steve Gottlieb.
Reiner Vogel
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Last Update: 14. September 2005
Martin Federspiel (e-mail: clearskies"at"sternfreunde-breisgau"punkt"de)