
Der Sensor
Als Sensor kommt eine empfindliche Videokamera in Frage, die
üblichen Webcams sind weniger empfindlich. Bei den ersten
Versuchen zeigte eine geliehene Mintron-Kamera mit ihrer internen
Bildaddition am 1,4/55 Objektiv mehr Sterne als man im Sucher
sah. Mangels einer eigenen Mintron verwende ich das Video-Modul Sony
SK-1004X EXView mit einer 12 VDC Spannungsversorgung und einem
VHS-Ausgang. Man kann es ohne Gehäuse bei der Firma Lechner
für 70 Euro erstehen. Das Modul hat im Maximum eine
Quantenausbeute von 68%, ist also sehr empfindlich.
Zur Optik
Als Optik eignet sich ein Fotoobjektiv von 50 mm bis 135 mm
Brennweite. Dann entspricht das Bildfeld dem der üblichen
Sucher. Weiterhin sollte das Objektiv eine möglichst große
Öffnung haben. Bei meinen ersten Versuchen war es ein Biometar
2,8/120 (Efi 1). Das Rodenstock Objektiv Kinemar 1,5/100 des Efi 2
bringt wegen seiner größeren Öffnung noch eine
Größenklasse mehr.
Halterung und Justiereinheit
Das große
U-Profil in der Abbildung zum Efi 2 passt sich an die meisten
Rohrdurchmesser automatisch an, und ein Spanngummi fixiert es am
Teleskop. Ringe aus Fahrradgummi verhindern ein Verrutschen. So kann
der Sucher schnell von einem Teleskop zum anderen umgesetzt werden.
Wie kann man so etwas justieren? Bei Efi 2 wird die vertikale
Justierung mit zwei am Rand geriffelten Münzen bewerkstelligt,
die auf einem M6-Gewindestab hoch- und runtergeschraubt werden
können. Je zwei Beilagscheiben mit den gegeneinander gestellten
Rundungen dienen der Reibungsminderung. Für das Justieren in der
Waagerechten ist der Gewindestab durch ein Langloch geführt
(s. Foto). Das im oberen Bild erkennbare, vorne angebrachte kleine
U-Profilstück wirkt als Biegegelenk und erlaubt das für die
Höhenjustierung erforderliche Verkippen; da es nur mittig
angeschraubt ist, erlaubt es auch das waagerechte Schwenken.
Ergebnisse und Ausblick
Für den elektronischen Sucher Efi verwendet man ein Foto-Objektiv
mit möglichst großer Öffnung. Zum Betrachten auf dem
Rechner-Bildschirm bietet sich das freie Videoprogramm VirtualDub
an. Das erfreuliche Ergebnis: Im laufenden Video mit 25 Bildern pro
Sekunde ergibt sich im hier beschriebenen Fall eine
Grenzgröße von 8,5 mag. Bildfeld und die Reichweite
genügen vollauf. Als zusätzliches Hilfsmittel reichte ein
Visier (Sky Surfer), und durch den optischen 100 mm-Sucher habe ich
nicht mehr geschaut. Sogar das Feinpositionieren auf den kleinen
Videochip an der Astrokamera AK2 mit 1,65 m Brennweite gelang ohne
Probleme. Zusätzlich kann man mit dem freien Programm PHD Guiding
(http://Stark-Labs.com) ähnlich wie bei der Mintron-Kamera viele
Bilder aufaddieren und dadurch das Signal-Rausch-Verhältnis noch
verbessern. - Eigentlich ist es verwunderlich, dass es so was nicht
schon längst zu kaufen gibt.
Karl-Ludwig Bath