Der CCD-Astrosommer 2001: Komet LINEAR und anderes

Eigentlich sucht das 1-m-Teleskop des Projekts LINEAR in Socorro (New Mexico) nach Asteroiden, die potentiell mit der Erde zusammenstoßen könnten. Immer wieder geht dabei aber auch ein Komet ins Netz: So entdeckte das LINEAR-Team am 15. Januar 2001 ein zunächst sehr unscheinbares Nebelfleckchen, das die Bezeichnung C/2001 A2 LINEAR erhielt.

Dieser Komet war im positiven Sinn für Überraschungen gut: Immer wieder kam es zu länger anhaltenden Helligkeitsausbrüchen, die den einmaligen Gast in unserem Sonnensystem wesentlich heller als zunächst vorausgesagt leuchten liessen. In seinen besten Zeiten war er als Objekt 4. Größe als schwaches Lichtfleckchen sogar mit bloßem Auge sichtbar.

Im Juni/Juli führte ihn seine Bahn schließlich auch in Himmelsregionen, die von unserer Vereinssternwarte auf dem Schauinsland aus gut erreichbar sind. Am Abend des 25. Juli 2001 zeichnete Carolin Tomasek den Kometen nach Beobachtungen mit einem Refraktor mit 75 mm Öffnung (kleines Bild, Gesichtsfelddurchmesser ca. 3). Zwei Nächte später gelang Andreas Masche und Ulrich Schüly eine insgesamt 12,5 Minuten belichtete Aufnahme mit der ST-8E CCD-Kamera an der Bath-Astrokamera (D=25 cm, f=105 cm). Deutlich ist ein breiter Schweif zu erkennen, auf der farbigen Originalaufnahme (siehe die Internetseiten von Andreas Masche) schimmert die Koma bläulich.

Und noch zwei Highlights aus der Fotoausbeute des Astro-Sommers 2001: Sharpless 132 im Sternbild Cepheus (oben) und NGC 6820 im Sternbild Füchschen (unten) sind zwei seltener beobachtete, rötlich leuchtende Gasnebel mit ausgeprägten Dunkelwolken. Andreas Masche, Ulrich Schüly und Martin Federspiel haben diese Bilder mit der ST-8 CCD-Kamera an der Bath-Astrokamera im LRGB-Verfahren aufgenommen (Gesamtbelichtungszeit: 225 Minuten für Sh2-132, 90 Minuten für NGC 6820). Wer diese himmlischen Szenen in voller Größe geniessen will, findet sie auf den Internetseiten von Andreas Masche.

Martin Federspiel

zurück zur SFB-Hauptseite
Last Update: 1. September 2001
Martin Federspiel