Eindrücke von der ersten AME in VS-Schwenningen und vom Astronomietag

Am Samstag, den 16. September 2006 fand parallel zum vierten bundesweiten Astronomie-Tag die erste Astromesse (AME) in Villingen-Schwenningen statt, an der die Sternfreunde Breisgau sich auch beteiligten.

Um 9:30h trafen wir (Carolin, Achim meine Mutter und ich) uns vor Ort mit Martin und Uli, um unseren Informationsstand vorzubereiten, an dem sich die Besucher über unseren Verein informieren und die Astrofotografien verschiedener Mitglieder betrachten konnten. Im Lauf des Tages kamen einige Messebesucher an unseren Stand, stellten Fragen und nahmen Info-Zettel und Blättchen mit.

Einige Sternfreunde beim Stand der SFB auf der AME in Villingen-Schwenningen.

Als dann um 10:00h die Messe für das Publikum geöffnet wurde, erfüllte reges Leben die Messe-Halle. Jeder suchte an den zahlreichen, immer dicht belagerten Ständen verschiedener Händler nach Schnäppchen, informierte sich, ließ sich beraten oder handelte das Produkt noch etwas günstiger.

Zwischendurch wurden auch Vorträge zu den verschiedensten astronomischen Themen (z.B. Astrofotografie, Astrologie in der Diskussion, die Messier-Objekte etc.) gehalten. Höhepunkt war ein Besuch/Vortrag des kalifornischen Teleskop-Pioniers John Dobson. Sein Vortrag war für 12:00h angesagt und viel zu viele Besucher strömten in den viel zu klein dimensionierten Vortragsraum. Als dann auch ich einen ordentlichen Platz in der Menge gefunden hatte, begann das große Warten, denn Herr Dobson stand in einem Stau und verspätete sich. Nach einer Weile gingen die meisten Leute dann wieder in die Messehalle zurück, da es in dem Vortragsraum sehr stickig war. Doch ich nahm einen anderen freien, besseren Platz vorne im Raum ein, und verließ diesen nicht, bevor ich Mr. Dobson gesehen hatte. Das dauerte dann auch seine 2½Stunden. Doch als ich ihn dann endlich zu Gesicht bekam, war ich begeistert: Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ein 91 Jahre alter Mann noch so fit sein kann.

Der Vortrag hatte auch seine eigene Atmosphäre, wobei Mr. Dobson (natürlich in Englisch) etwas über sein Leben in astronomischer Hinsicht erzählte, sowie den "Big Bang" anzweifelte. Dazu sagte er wörtlich in Deutsch: "Big Bang ist Müll", zur Begründung fügte er hinzu: "Von nichts kommt nichts".

Nach seiner Rede signierte er alles, was ihm die Leute brachten, darunter Zeitschriften, Fotos, Teleskope, Sucher... Ich ließ mir ein Brett meiner Rockerbox und eine Zeitschrift mit einem Bericht über ihn signieren. Anschließend entstand dann dieses Bild:

Elias im Gespräch mit John Dobson.

Mr. Dobson ist ein sehr sympathischer, origineller Astronom, der auch immer wieder einen Witz auf den Lippen hat. So war es für mich ein einzigartiges Erlebnis, ihm zu begegnen, das ich wohl nie vergessen werde.

Auch andere bekannte Personen waren anwesend, wie z.B. Stefan Seip (Astrofotografie digital), Ronald Stoyan (Messier-Objekte - Die Glanzlichter des Deep-Sky), oder Wolfgang Rohr (ein bekannter Spiegelschleifer und Optik-Tester). Mit allen möglichen Leuten, die man sonst nur dem Namen nach aus Zeitschriften und dem Internet kennt, ergaben sich so interessante Kontakte.

Fazit: Die Messe war ein voller Erfolg, und war sehr gut besucht. Der Veranstalter, Herr Bergthal, hat sich auch sehr zufrieden geäußert.

Die zweite Astronomiemesse wird im nächsten Jahr am 22.09.2007 stattfinden, und ich kann Ihnen nur empfehlen, sie zu besuchen.

Nach Messeschluss fuhren wir direkt weiter zum Schauinsland, denn an diesem Abend war ja die Öffentlichkeit im Rahmen des Astronomietages zu Beobachtungen eingeladen. Dort waren auch noch Reiner und Susanne hin gekommen, die Interessierten etwas am Fernrohr zeigen wollten. Tagsüber hatte Herr Dr. Wöhl vom Kiepenheuer-Institut für Sonnenphysik rund 150 Besuchern bei relativ gutem Wetter etwas über die Arbeit des Instituts und über die Sonne erzählt. Abends hatten wir dann mit Nebel zu kämpfen. Als die knapp 60 Besucher Martins Einführungsvortrag gehört hatten und es dunkel genug für Beobachtungen war, schwappte der Nebel auch über den Schauinsland und versperrte den Blick auf die Sterne. Schade! Mancher Besucher mag etwas enttäuscht wieder nach Hause gegangen sein, aber für uns ging ein schöner und erlebnisreicher Tag zu Ende. Bild: Reiner Vogel mit seinem neuen selbstgebauten 22"-Lowrider Dobson in Erwartung der Astronomietagsgäste.

Elias Danner (mit Ergänzungen von Martin Federspiel)


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Last Update: 8. Mai 2006
Martin Federspiel (e-mail: clearskies"at"sternfreunde-breisgau"punkt"de)